Die Minis 2011 stehen fest

20.45 Uhr, Hanns-Martin-Schleyer-Halle in Stuttgart. Kurz vor der Pause beim Internationalen ADAC Supercross Stuttgart sirren unten zwischen Höcker und Waschbrett noch einmal Motoren. Nur sind die Motoren nicht ganz so laut und einige Töne höher als bei den Cross-Ridern, die in der SX 1 oder SX 2 starten. Und die Helme stehen in einem ungewöhnlichen Missverhältnis zu den zumeist kurzen Beinen der Starter. Um 20.45 Uhr fällt der Startschuss für das Rennen der Mini-Bikes – und ein gutes Dutzend angehender Cross-Künstler drehen kräftig am Gasgriff. Los geht die wilde Jagd.

Diejenigen, die da unten in der Halle ihre Runden drehen, haben schon gehörig Erfahrung hinter sich gebracht. Sie waren bei der Baden-Württembergischen Jugend-Motocross-Meisterschaft 2011 dabei und haben sich in bis zu 26 Läufen einige blaue Flecken und Schrammen geholt. Zwischen sechs und neun Jahre alt sind die Steppkes mit den großen Helmen, die sich da auf 50-ccm Minibikes in die Kurven legen als gebe es kein Morgen mehr. Zwölf PS wollen schließlich kräftig nach vorne bewegt werden – und kleinere Rempeleien bleiben da nicht aus. Herbert Kosak, der Inhaber von KTM Kosak Racing aus Essingen bei Aalen, hat das Fahrerfeld zusammengestellt und die Bikes auf Vordermann gebracht. Alle fahren die gleichen KTM-Maschinen – die allerdings wurden vor dem ersten Start in der Schleyer-Halle noch einmal richtig aufgefrischt und mit neuen Plastikteilen versehen. Ansonsten sind alle Bikes baugleich – und nun kommt es ganz alleine auf die Geschicklichkeit und das Durchsetzungsvermögen der rasenden Zwerge an.

Herbert Kosak ist ein alter Hase im Geschäft und kennt seine Pappenheimer. Schließlich ist er mit seinem Rennteam bei allen Rennen dabei und hat ein wachsames Auge auf die kleinen Crosspiloten. „Wir können in der Halle keine Hektiker gebrauchen, die aufs Ganze gehen, das geht einfach nicht. Hier ist Ausdauer und Konzentration über die zehn Runden gefragt, da kann man sich nicht zwischendurch ausruhen“, weiß der erfahrene  Rennstallbesitzer mit dem großen Herz für die Kleinen. Aus den ersten 15 der Meisterschaft rekrutiert sich das Fahrerfeld. Doch nicht allen liegt die wilde Hatz unter dem Hallendach. „Manche haben einfach auch Angst vor den Sprüngen – oder aber auch vor den vielen Zuschauern zu viel Respekt“, sagt Kosak.

Die Ausgesuchten versuchen dann, in einer Halle zu trainieren, um sich an die geänderten Bedingungen zu gewöhnen. Wobei große Sprünge auf den Minibikes fast ausgeschlossen sind - „die meisten fahren die Kuhlen zwischen den Höckern aus, weil sie mit den kleinen Bikes einfach nicht so weit springen können“, weiß Kosak, der die Minis seit über zehn Jahren beim ADAC Supercross aussucht und ausstattet.  Nachmittags gibt es an den Veranstaltungstagen ein 15-minütiges Training mit Instruktoren, danach eine Fahrerbesprechung, bei der den Minis noch einmal ihre Fehler erklärt und Lösungen erläutert werden.

Die Starterliste 2011:

St.Nr. Fahrer Club Motorrad Klasse
1 LEBEN, Lasse MSC Frankenbach KTM 50ccm
2 BLOY, Paul AMC Biberach KTM 50ccm
3 SCHETTLER, Tom MSC Betra KTM 50ccm
4 ROBOTKA, Sina Noel 1.RMC Reutlingen KTM 50ccm
5 KENGETER, Lukas MSC Gaildorf KTM 50ccm
6 GROSS, Clemens MSC Windsberg KTM 50ccm
7 KAMPMANN, Max 1. RMC Reutlingen KTM 50ccm
8 STAPEL, Valentin 1. RMC Reutlingen KTM 50ccm
9 BERROTH, Mark MSC Schnaitheim KTM 50ccm
10 OSTERMANN, Karl KTM 50ccm
11 BRAITSCH, Louis MSC Betzweiler-Wälde KTM 50ccm